Schwimmverein Ganderkesee 69 e.V.
Gegen Rechts


Nach dem Umbau soll eine Sauna Besucher locken

Von Bernhard Komesker
Ganderkesee. So ganz überzeugt war der Sozialausschuss am Ende noch nicht. Sicher, so der Tenor am Donnerstagabend, eine Sauna beim Freibad könnte die Einnahmesituation freundlicher gestalten. Doch ob es gelingt, mit dem ohnehin nötigen Freibad-Umbau auch einen Publikumsmagneten zu etablieren, wie es die Gutachterin Kim Adam in ihrem Vortrag angeregt hatte? Die Fraktionen baten sich am Ende etwas Bedenkzeit aus und vertagten eine Entscheidung auf Dienstag, 1. September.


Adam erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, ihr Hamburger Büro habe keine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung vornehmen sollen, sondern das Potenzial zu analysieren gehabt. Ergebnis: „Für eine attraktive kleine und feine Erlebnissauna in Premiumqualität lassen sich jährlich rund 40000 Besuche prognostizieren“, von denen jeder dritte neben der Sauna auch das Bad nutzt. Das relevante Einzugsgebiet werde von 1,3 Millionen Einwohnern und 2,4 Millionen Touristen bevölkert. Und deren Altersstruktur sei jetzt und in Zukunft „wellness- und sauna-affin“, so die Fachfrau, die seit mehr als 20 Jahren vergleichbare Projekte untersucht.

Dabei habe sie selbstverständlich auch den anstehenden Delfina-Neubau eingerechnet, wo demnächst aber eher eine große Wellnesss-Sauna zu erwarten sei. Es komme für Ganderkesee eben darauf an, eine Nische zu besetzen, die sich vom Nachbarn abhebt und die Gäste nachhaltig an sich bindet. In diesen Wochen und Monaten müssten die Weichen daher so gestellt werden, dass beide Anlagen bestehen können.

Aus Wettbewerbsgründen könne es freilich auch nicht schaden, wenn die Gantergemeinde mit ihrem Bauvorhaben sich nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal schafft, sondern mit der Realisierung auch schneller ist als die Delmestädter. „Ideal wäre hier ein Vorsprung durch einen Saisonstart im Jahr 2010“, so die Gutachterin.

Das jedoch könnte mit der Bildung von Bauabschnitten kollidieren, wie sie den Ganderkeseern eigentlich vorschwebt. Der Freibadarchitekt Gerhard Geising hatte empfohlen, mit dem Neubau von Umkleiden und Eingangsbereich zu beginnen und Sauna und Gastronomie später in Angriff zu nehmen. Kim Adam gab jetzt zu bedenken: „Zwei Baustellen sind immer teurer als eine. Ich würde zuerst die sichtbaren Dinge realisieren, also die Bauten.“ Aber letztlich sei das Sache der Gemeinde. Sie glaube, dass die Politik und Verwaltung nun eine gute Entscheidungsgrundlage hätten.

Sauna und auch Gastronomie seien Profitcenter, für die „wirklich Potenzial vorhanden sei“ – vor allem bei einem offensiven Marketing für Bad, Sauna und Gastronomie aus einer Hand. Unterstelle man durchschnittlich 62000 Bad-Besucher pro Jahr, dann sei es lohnend, bis zu 2,5 Millionen Euro in die Sauna zu stecken, so ihre grobe Schätzung. Kim Adam verließ den Ausschuss mit einem guten Gefühl: „Es gab eine positive, wohlwollende Einstellung, auf dem richtigen Weg zu sein.“

Der Ausschussvorsitzende Hans-Jürgen Hespe (FDP) sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, aus Sicht der Ratsleute gebe es durchaus noch einige Fragezeichen hinter den Daten und Fakten. Daher habe man für 1. September eine Sondersitzung anberaumt. Bis dahin sollen sich die Fraktionen festlegen, wie der erste Bauabschnitt ausgerichtet ist und wie groß er letztlich ausfällt. Dass der Eingangsbereich und neue Umkleidekabinen keinen Aufschub mehr dulden, stehe dabei für ihn und seine Ausschusskollegen außer Zweifel. Es gehe heute um die Erweiterungsoptionen von morgen – und die Frage, ob der Gesamtkomplex sofort realisiert werde oder nicht.

Die Gemeindeverwaltung hat die Potenzialanalyse von Kim Adam bereits ins Internet gestellt. Das Dokument ist abrufbar über den Menü-Punkt „Rathaus“, Unterrubrik „Gemeindeentwicklung“; von dort aus führt ein Pfad zu den Downloads „Künftige Bäderkonzeption“.

Quelle: (c) Weser Kurier

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