Schwimmverein Ganderkesee 69 e.V.
Gegen Rechts


Der zwölfte Sieg blieb ihr verwehrt

Alexandra Ahlers ragt beim 13. Ganderkeseer Schwimmfestival heraus / 700 Aktive aus 33 Vereinen am Start

Ganderkesee. Angesichts der Unheil verkündenden Zahl konnte gar nichts mehr schief gehen. Prompt nervte bei der 13. Auflage des Ganderkeseer Schwimmfestivals der Regen auch nur am ersten Veranstaltungstag. Und so schulterte die Organisationscrew um Kai Haschen die logistische Meisterleistung von 3000 Einzel- und 160 Staffelstarts der rund 700 Aktiven aus 33 Vereinen in gewohnt souveräner Manier.


Mit Alexandra Ahlers stellte der SC Delmenhorst die herausragende Athletin, die in zwölf Einzeldisziplinen elf Mal als Siegerin aus dem Becken des Ganderkeseer Freibades kletterte. Nur einmal blieb der Neunjährigen der erste Platz verwehrt, denn über 100 m Schmetterling wurde sie disqualifiziert, nachdem sie bei der Wende lediglich mit einer Hand angeschlagen haben soll. Ein Umstand, der Alexandra Ahlers so richtig nervte. „Ich kann mir das gar nicht vorstellen, schließlich trainieren wir gerade die Technik ganz besonders“, ärgerte sich die Harpstedterin auch nach ihrem elften ersten Platz über den entgangenen zwölften Sieg.

Unterstützung erhielt das kecke Ausnahmetalent von ihrer Großmutter. Und die muss es eigentlich wissen, schließlich ist Erika Harnisch so etwas wie der unersetzbare Kalfaktor und letztlich auch diejenige, die der rasanten Karriere ihrer Enkelin die Initialzündung gab. Die erfolgte im Delmenhorster Delfin, als die zweieinhalbjährige Alexandra in einem Alter, mit dem das Normal-Kleinkind gerade einmal unfallfrei laufen kann, ihre ersten Schwimmversuche unternahm. „Kurz danach konnte sie schwimmen, hatte mit fünf Jahren ihr bronzenes, mit Sechs das silberne und Goldene Schwimmabzeichen“, erklärt „Eka“, wie sie von ihrer Enkelin nur genannt wird, nicht ganz ohne Stolz.

Aus dieser Zeit resultiert auch ein Versprechen, das Erika Harnisch bis heute einen nervenaufreibenden Job als Full-Time-Betreuerin einbrachte. „Alexandra hat mich damals gefragt, ob ich ihr helfe, eines Tages einmal Deutsche Meisterin zu werden. Jetzt muss ich natürlich mein Wort halten.“

Und das bringt doch eine ganze Reihe an Aufgaben mit sich. In Ganderkesee sah man „Eka“ folglich zwischen den einzelnen Starts emsig mit dem Fön hantieren. „Sonst kriegt man die Rennanzüge in der kurzen Zeit ja gar nicht mehr trocken, und nass kriegt man die Dinger einfach nicht über die Haut gezogen“, hatte die engagierte Großmutter alle Hände voll zu tun. Doch der Einsatz lohnt sich allemal. Seit 2000 bestreitet die Drittklässlerin Wettkämpfe und verweist mittlerweile auf 83 erste Plätze, startete unter anderem auch bei den Landesmeisterschaften. Dabei unterbot sie bis auf die 200 m Schmetterling in sämtlichen Disziplinen die Pflichtzeiten für die Bezirks- und Landesebene. Und Alexandra behält ihr großes Ziel weiter fest im Auge. „Erste Plätze sind zwar schön, aber wichtiger sind die Zeiten, denn für die Deutschen Meisterschaften zählen die allein.“

Neben solchen sportlichen Highlights sind für Kai Haschen allerdings auch noch ganz andere Dinge für den Erfolge des Schwimmfestivals ausschlaggebend. Seit fünf Jahren ist er erster Vorsitzender des SV Ganderkesee und hält dem Verein auch nach seinem beruflichen Ortswechsel nach Heiligenhafen die Treue. „Neben den eigentlichen Schwimmwettkämpfen wollen wir unseren Gästen durch ein buntes Rahmenprogramm einiges bieten“, erklärt der 31-jährige Lehrer.

Dazu gehörten unter anderem ein Wettrutschen und ein Luftballonweitflugwettbewerb, auf dessen Sieger nach Eingang der mitgeschickten Postkarte ein Schlauchboot wartet. „Ohne unseren rund 60-köpfigen Helferstab kann man eine solche Mammutveranstaltung natürlich nicht durchziehen“, lobt der Schwimmchef seine Crew. Besonders hervorzuheben ist dabei Björn Schote. Der 20-Jährige zeichnete als Schwimmwart nicht nur für den sportlichen Ablaufplan verantwortlich, sonder besorgte auch noch die „Wellen-Killer“. Die so bezeichneten Trennleinen zwischen den Bahnen organisierte er noch am Donnerstag vom befreundeten SFN Vechta.

Quelle: (c) Delmenhorster Kurier