Schwimmverein Ganderkesee 69 e.V.
Gegen Rechts
vorherige Seite Inhaltsverzeichnis nächste Seite

Was bedeutet der SVG für eine Mutter?

Diese Frage könnte man mit einem Satz beantworten:
-Ständig nasse Handtücher auf der Wäscheleine.-

Könnte man, will ich aber nicht. Ich begleite unseren Sohn nun schon über viele Jahre durch seine aktive SVG-Zeit und um darzustellen, was sie für uns bzw. auch für andere Mütter/Väter/Eltern bedeuten könnte, muss ich etwas ausholen.

Am Anfang einer solchen Biographie steht sicher für viele besorgte Eltern der Gedanke "Mein Kind muss schwimmen können, allein schon wegen der Sicherheit"
Anders war es bei uns auch nicht und so beginnt eine Zeit in der man Folgendes erleben kann:
- ein Kind was sich nicht ins Wasser traut,
- ein Kind was nicht wieder aus dem Wasser heraus will
- erste Erfolge über und unter Wasser
- endloses Warten beim Abholen, da die Haare mal wieder nicht trocken wollen der alle Duschen ausprobiert werden müssen
- Irgendwann muss man dann so ein eckiges Seepferdchenabzeichen "rund" an die Badekleidung nähen.
- Wenn dann die Fertigkeiten fortschreiten wechselt man in andere Gruppen mit teilweise gruseligen Namen (Killerwale??)

Jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Kinder im SVG liebevoll betreut werden, zu nichts gezwungen werden, viel gelobt und motiviert werden und am Ende stolz ein Abzeichen in Händen halten. (Mag ja sein, dass es bei uns etwas länger dauert, aber sicher ist, dass sie so keinen Schaden fürs Leben bekommen.)

Hat man dann diese Hürde sicher genommen - falsch es muss heißen:
Ist man sicher vom Beckenrand gesprungen und hat einen Ring aus brusttiefem Wasser geholt, geht es rasant voran:
- Bronze
- Silber
- Gold folgen in kurzen Abständen.

Nebenbei bemerkt:Ist das Kind mittlerweile schulpflichtig und hat im Rahmen des Sportunterrichtes "Schwimmen" gibt das bereits erworbene Können Sicherheit und meist auch gute Beurteilungen.

Ist man als Schwimmer erst mal fest in einer Gruppe etabliert, kommen viele schöne Dinge im Laufe eines Jahres die gemeinsam wahrgenommen werden:
- Faschingsfeste
- Schwimmfestival
- Trainingslager
- Aktionen für alle Altergruppen, die von der Jugend organisiert werden - immer ganz beliebt sind gemeinsame Fahrten
- Weihnachtsschwimmen
- Sowie natürlich auch Wettkämpfe, bei denen jeder (egal wie gut) angefeuert wird bis zur Heiserkeit.

Wenn ein Kind dann einige Jahre durchhält und regelmäßig zum Training geht (was ich nebenbei gesagt ehrlich bewundere - ich hätte nicht die Ausdauer Woche für Woche meine Bahnen zu schwimmen) kann es regelrecht Karriere machen.
- als Helfer am Beckenrand bei jüngeren Schwimmern
- Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen
- Mithilfe bei diversen Organisationsarbeiten
- Erwerb von Qualifikationen z. B. Jugendleiter

Bei allen diesen Aktionen geht es jedenfalls immer wieder auch um die Umsetzung des harmonischen Miteinanders, Schlichten von Streitigkeiten, Organisieren von Festen sowie selbständiges Klären von Problemen die bei solchen Tätigkeiten auftreten. Welche Mutter wünscht sich nicht, dass ihr Kind diese Fähigkeiten erwirbt und so ganz nebenbei im Vereinsleben ausprobiert und vertieft.
Fitt fürs Leben - denn es gibt doch kaum ein Umfeld indem es nicht wichtig ist teamfähig, ausgeglichen, kooperationsfähig und auch einfühlsam im Umgang mit Anderen zu sein - oder?

Mittlerweile hat sich meine Unterstützung, die ich meinem Sohn gebe grundlegend geändert:
Früher habe ich motiviert durchzuhalten, weil vielleicht eine Disziplin noch nicht so gut geklappt hat, heute werde ich manchmal ganz gern zu Rate gezogen, weil ich die Aufmachung der Platsch begutachten soll oder mal eben stichprobenweise Korrektur lesen darf.

Die Aufgaben wachsen mit den Fähigkeiten und die Fähigkeiten mit den zugeteilten Aufgaben. (!!!)

Ich finde es toll, dass es Vereine gibt und dann auch für Kinder und Jugendliche da sind, wenn die Eltern anfangen schwierig zu werden, dass ist für alle Beteiligten ein guter Anker.

Zum Abschluss wünsche ich mir, dass ein Exemplar dieser Platsch den Verantwortlichen übergeben wird, die diese Überlegungen mit einbeziehen sollten, wenn es mal wieder darum geht dem Verein Trainingszeiten zu streichen.

Ulla Reisch