Schwimmverein Ganderkesee 69 e.V.
Gegen Rechts
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"Muss ich wieder gewinnen?"

Mal ganz ehrlich:Wie viele von euch gehen mit dem geheimen
Vorsatz an den Start „ich muss gewinnen!“? Oder noch schlimmer:
Wie viele sagen „ich kann ja doch gar nicht gewinnen!“?

Dazu ein kleines Beispiel:

Hans hat toll trainiert, jeden Tag 2 Mal. Er fährt zu den
Meisterschaften und möchte nicht nur zum 6. Mal Deutscher Meister
werden, sondern auch noch seinen Deutschen Rekord verbessern. –
Auch Hänschen ist fleißig geschwommen, 2 Mal die Woche, und nun
darf er zum 1. Mal an den Kreismeisterschaften teilnehmen. Hans
wird Deutscher Meister, aber seine Zeit ist 4/10 sec. schlechter als
beim letzten Wettkampf - Hänschen wird Fünfter, aber er hat sich
um 7 sec. verbessert. Was meint ihr, wer freut sich mehr über seine
Leistung, Hans oder Hänschen?

Ein weiteres Beispiel:

Marie ist prima in der Schule. Immer 0 Fehler im Diktat, immer die
Beste. Auch Mariechen gibt sich viel Mühe, aber es klappt nie…10
Fehler, 12 Fehler… Aber im letzten Diktat hatte Marie 3 Fehler – für
sie war das eine mittlere Katastrophe. Mariechen machte diesmal 5
Fehler, darüber ist sie so richtig glücklich (und Mama und die
Lehrerin auch).

Mit diesen beiden Beispielen will ich nur sagen:Es kommt gar nicht
darauf an, immer zu gewinnen. Erster sein ist zwar ganz schön, aber
viel wichtiger ist, seine eigene, persönlich Leistung zu verbessern,
zu sehen, dass man Fortschritte macht!
– egal auf welchem Gebiet.
Es ist nur wichtig, das man weitermacht, weiter übt, weiter trainiert,
auch wenn´s nicht gleich klappt – irgendwann wird sich das Training/
Üben schon auszahlen.

Und nun möchte ich endlich die obenstehende Frage beantworten:
„Nein, ihr müsst nicht immer gewinnen, ihr müsst es nur so gut wie
möglich machen – jeder für sich selbst!“

Anmerkung für die großen Cracks:Das Startfieber kann man am
besten mit der Gewissheit bekämpfen:Ich habe beim Training mein
Bestes getan und bin gut vorbereitet.

Dieser Artikel stammt ursprünglich von „Helga“ und erschien in der
10. Ausgabe der Platsch im Sommer 1984 (3.Jahrgang). Ich finde,
dass er 20 Jahre später immer noch aktuell ist und dass einige
Aktive hier mal drüber nachdenken dürfen.

Björn